Jugendamt setzt auf Prävention
Im Rahmen des Jahrespressegesprächs informierte der Zweite Beigeordnete Jörg Höllmüller über das Thema Kinderschutz.
Fakt: Inobhutnahmen sind temporäre Schutzmaßnahmen für Kinder in akuten Gefährdungssituationen.
Höllmüller erklärte, dass in etwa einem Drittel der gemeldeten Fälle eine Inobhutnahme erforderlich ist. Diese Maßnahme dient dem kurzfristigen Schutz von Kindern und Jugendlichen in akuten Krisensituationen. „Durch eine vorübergehende Unterbringung, beispielsweise in einer Inobhutnahme- oder Bereitschaftspflegestelle, wird sichergestellt, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen versorgt und sicher sind“, erläuterte er. Wichtig ist, dass auch Kinder und Jugendliche selbstständig beim Jugendamt um Inobhutnahme bitten können, wenn sie sich in einer Notlage befinden.
Prävention und Unterstützung für Familien
Die Abteilung Jugend und Familie hat jedoch auch einen starken Fokus auf Prävention gelegt. Die Herausforderungen, mit denen werdende Eltern und junge Familien konfrontiert sind, sind oft erheblich. Um diesen zu begegnen, wurden die sogenannten Frühen Hilfen ins Leben gerufen. Diese Unterstützungsangebote richten sich an alle Eltern, insbesondere solche mit Kindern unter einem Jahr. Familienhebammen sowie Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerbereich stehen den Familien zur Seite. Im vergangenen Jahr haben 13 Fachkräfte insgesamt 53 Familien begleitet und unterstützt.
Alleinerziehende Eltern profitieren von den Angeboten der sogenannten Familienlotsen. Diese Fachkräfte bieten eine umfassende Beratung, die sowohl telefonisch als auch persönlich in verschiedenen Einrichtungen wie Geburtskliniken, Städten und Gemeinden sowie direkt im häuslichen Umfeld stattfindet. Jörg Höllmüller betonte die Wichtigkeit dieser Angebote, um frühzeitig Probleme zu erkennen und gezielt entgegenzuwirken.
Zusätzlich zu den professionellen Angeboten engagieren sich viele Ehrenamtliche als Familienpaten. Aktuell gibt es 18 aktive Partnerschaften, in denen geschulte Paten Familien mit Kindern bis zu drei Jahren unterstützen. Diese ehrenamtlichen Helfer spielen eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung der familiären Situation. Insgesamt stehen 55 Paten zur Verfügung, wobei weitere Paten gesucht werden, um die Unterstützung auszubauen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vorstellung dieses Projekts, das am 18. Dezember auf dem Freiberger Weihnachtsmarkt von 10:00 bis 20:00 Uhr präsentiert wurde.
Fazit
Das Jugendamt hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Anstieg an Meldungen verzeichnet, was auf eine zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung hinweist. Gleichzeitig wird durch präventive Maßnahmen und Unterstützungsangebote, insbesondere für junge Familien und Alleinerziehende, versucht, Herausforderungen frühzeitig zu begegnen und die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen steht dabei immer im Vordergrund. Das Engagement sowohl der Fachkräfte als auch der Ehrenamtlichen ist von essentieller Bedeutung, um eine sichere Umgebung für die Jüngsten zu schaffen und sie bestmöglich zu unterstützen.